Nach Boletice kam ein Transport mit abgebranntem Kernbrennstoff
Umweltschützer aus drei Ländern protestierten gemeinsam gegen grenznahen Endlagerstandort

Fernsehen Čt24/ Redakteur: Petr Šuléř/ gekürzt
Ein Happening mit fiktiven Atomabfall veranstalteten an der Grenze des Militärsperrgebietes in Boletice Aktivisten aus Tschechien, Österreich und Deutschland. Sie protestierten somit gegen die Erwägungen über die Möglichkeit, das Militärsperrgebiet in Boletice auf die Liste der ausgewählten Lokalitäten einzureihen, wo das Endlager für den radioaktiven Abfall entstehen könnte. Die Lokalität in Boletice hat dabei die Regierung gerade gegen den Aktivisten ausgwählt. Die Regierung hat so auf die Serie der Proteste in allen ausgewählten sechs Lokalitäten reagiert. Die Militärsperrgebiete haben einen großen Vorteil, dort drohen keine Referenden oder andere Obstruktionen.
Den ersten fiktiven Atomabfall brachten die Antiatomaktivisten in weissen Schutzanzügen schon heute mit dem Zug. Laut Monika Machova-Wittingerova ist dieses Vorhaben ungeheuerlich.
Nach Boletice kamen Demonstranten auch aus Ausland. Der Ort befindet sich nämlich nicht einmal 20 km von der österreichischen Grenze. Ca. 8mal näher als das Atomkraftwerk Temelin. „Es ist obskur, den Bau eines Atommüllagers im Urlaubsgebiet zu überlegen,“ kritiserte den Plan Manfred Doppler von der Organisation AntiAtomKomitee Oberösterreich. Laut Bernd-Rüdiger Scheibner von der Bayerischen Plattform gegen Atomgefahr kann das Endlager auch Oberösterreich und Bayern gefährden.
Die Lokalität für die Tieflagerstätte müssen die Behörden bis zum Jahr 2065 auswählen, über drei Kandidaten sollten sie bis sechs Jahre entscheiden.






